Friedhof

Es ist ein alter Brauch, rund um die Kirche einen Friedhof anzulegen. Dort, wo die Lebenden den Tod und die Auferstehung des Herrn gefeiert haben, wollen und sollen sie die Wiederkunft des Herrn erwarten, um in seine Auferstehung mithineingenommen zu werden und zum ewigen Leben zu gelangen.

Pfarrer Paul Heinrichs schreibt in der Festschrift „50 Jahre St. Elisabeth-Kirche“: „Pfarrer gehören im Leben und im Tod zu ihrer Kirche. Und zu jeder Kirche gehört ein, wenn auch noch so kleiner, Friedhof.“

Nach der Neugestaltung der St. Elisabeth-Kirche (1957-1959) fand der erste Pfarrer der Gemeinde Pfarrer Johannes Dollendorf ( Pfarrer von 1911-1950, gest. am 3.11.1954 ) – nach der Umbettung vom Margaretenfriedhof – im Schatten des Kirchturms seine letzte Ruhestätte. Hier wurde auch Pfarrer Paul Heinrichs (Pfarrer von 1950-1967, gest. am 29.09.1967) beigesetzt. Offiziell wurde der Friedhof 1994 errichtet. Die kirchliche Segnung fand am 2.11.1994 am Vorabend des 40. Todestages von Pfarrer Johannes Dollendorf statt.

Die Gestaltung des Friedhofes ist nach den Plänen von Ernst Rasche erfolgt. Die Steinmetzarbeiten hat Konrad Rasche, Mülheim, ausgeführt. Die Schmiedearbeiten sind das Werk von Schmiedemeister Josef Butenberg, Mülheim. Die beiden Gedenktafeln haben früher in einem offenem Vorraum zur ehemaligen Krypta gehangen.

Tore – an der Dollendorf – und an der Spittlerstraße – sollen zum Besuch des Friedhofes einladen und zugleich darauf aufmerksam machen, dass man einen Ort betritt, der mitten in der Welt, mitten in unserem Leben, an den Straßen unseres Stadtteils liegt, und der zugleich ein Ort ist, der zur Kirche gehört, eine Oase der Stille und des Verweilens. Die Tore tragen die theologische Aussage: „Der Tod ist das Tor zum Leben.“ Eine handfeste Aussage. Handfest: Der Schriftzug ist in der Höhe der Türklinke – dort, wo ich die Tore öffne.

Die Tore sind als Gitter gestaltet: Ein Gitter ist durchlässig, ist durchsichtig. Das Gitter sperrt nicht ab. Das Gitter lädt ein einzutreten.

Zwei biblische Bilder bekommen am Eingangstor auf diesem Friedhof, auf dem Priestergräber sind, einen tieferen Sinn. Das Bild der Ähren erinnert an das Brot. Das Bild vom Weinstock erinnert an den Wein. Die Mitte allen priesterlichen Lebens ist es, mit der Gemeinde und für die Gemeinde Eucharistie zu feiern. Und dazu kommen noch die Worte Jesu: „Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag.“ (Joh 6,54)

Die Stäbe tragen an den Spitzen Ähren. Jesus sagt: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein. Wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht.“ (Joh 12, 24)

Die Mitte der Tore zeigt den Weinstock. Jesus sagt: „Ich bin der Weinstock. Ihr seid die Reben.“ (Joh 15,5)

Am unteren Ende der einzelnen Stäbe liegen Samenkörner.

Den beiden Grabstätten – betont durch die Gedenktafeln – gegenüber ist die kleine Mitte des Friedhofes: ein Rondell. Dort liegt ein vom Bildhauer gestalteter Stein. Fundament dieses Steines ist der alte Grabstein, der auf dem Margaretenfriedhof das Grab von Pfarrer Johannes Dollendorf angezeigt hat.

Der alte Grabstein – als Fundament des neuen Steines. Die Gemeinde erinnert sich an Ihre Vergangenheit. Die Gemeinde setzt auf diese Vergangenheit. Die Gemeinde baut – auf diese Vergangenheit vertrauend – mutig in die Zukunft. Sie baut – auf diese Vergangenheit vertrauend – hoffend auf die Zukunft.

Der neue runde Stein, ein Diabas-Stein, zeigt skizzenhaft, wie dieser Friedhof zur Kirchenanlage gehört. Er zeigt, wie die St. Elisabeth-Kirche in ihrer Gesamtheit – und der Friedhof gehört mit dazu – voller theologischer Aussagen ist.

Die Gestaltung des Steines sagt: Zur Kirche, zum Volk Gottes gehören alle Getauften, die auf der Erde leben, alle Verstorbenen, die noch auf die Freude des Himmels harren, und alle Heiligen, die bereits ganz in die Herrlichkeit Gottes aufgenommen worden sind. Und genau diese theologische Aussage ist in der Anlage der St. Elisabeth-Kirche ablesbar – oder noch besser formuliert: erlebbar.

Gehen Sie jetzt bitte gedanklich in die St. Elisabeth-Kirche. Sie stehen im Kirchenschiff. Sie blicken zum Altar. Sie – die Getauften, die Kirche. Rechts und links neben dem Altar steht die Ikonastase: die Bilder der Heiligen, derer, die bereits ganz in die Herrlichkeit Gottes aufgenommen worden sind. Auf der anderen Seite des Altares, hinter der Apsis ist der Friedhof. Dort ruhen die Verstorbenen.

Die Mitte von allem ist der Altar. Das Volk Gottes, die Kirche umsteht den Altar. Der Altar ist die Mitte des Kreises. Wir alle gehören zusammen. Christus ist unsere Mitte. Skizzenhaft ist diese Gesamtanlage auf dem Stein zu erkennen: in der Mitte die typische Form des Altares. Wie im Kreis umstehen diese Mitte die Menschen im Kirchenschiff: ihre Hände zum Gebet erhoben oder offen, um sich von Gott beschenken zu lassen – die Ikonen, die Bilder der Heiligen – und die Gräber der Verstorbenen.

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…Der virtuelle Rundgang ist hier zu Ende – Aber erkunden Sie die Kirche doch mal mit unsem 360-Grad-Panorama oder kommen Sie nach Frohnhausen und besuchen St. Elisabeth.